Energie und Umwelt

Die Wehrheimer FDP steht der Windkraft auf dem Wehrheimer Gemeindegebiet ablehnend gegenüber. Das betrifft sowohl die in der Regionalplanung auf Wehrheimer Gemeindegebiet ausgewiesene Windvorrangfläche „Süßeberg“ als auch die gemeinsam mit der Gemeinde Rosbach betriebene Fläche am „Winterstein“. Damit formuliert die Wehrheimer FDP als einzige aller in der Gemeindevertretung vertretenen Parteien hier eine klare und einheitliche Ablehnungslinie. Unsere Ablehnung begründet sich dabei durch folgende Argumente:

Zu hohes Risiko der Wirtschaftlichkeit für die Gemeinde Wehrheim

Die Wirtschaftlichkeit eines Großteils der Anlagen hat sich als sehr hohes Risiko erwiesen. Projektierer und Betreiber vermelden Insolvenzen, weil vorher angenommene Windprognosen sich als zu optimistisch und damit als falsch erwiesen haben.

Windverhältnisse sind stark schwankend und nicht planbar. Bei differenzierter Betrachtung der Jahresabschlüsse von Windparks ergibt sich ein katastrophales Bild, bekannte Anbieter, anfänglich gefeiert, erweisen sich als Kapitalvernichter.

In vielen Pachtverträgen zu Windparks finden sich Klauseln, die die Höhe der Pacht z.B. an die Wirtschaftlichkeit der Anlage koppeln. Das heißt konkret, sollte die tatsächliche Windausbeute nicht den oft unrealistischen Prognosen entsprechen fällt die Pacht anteilig geringer aus – die Gemeinde als Verpächter trägt somit das Risiko der Wirtschaftlichkeit mit. Ist der Windpark gänzlich unwirtschaftlich droht eine Insolvenz des Betreibers und im schlimmsten Fall fällt gar keine Pachteinnahme an.

Ferner leiten sich in der Regel Pflichten des Verpächters/der Gemeinde her, die weitere (finanzielle) Risiken beinhalten: Im Fall der Insolvenz des Betreibers stehen dann bis zu 250 Meter hohe Windräder, die unrentabel sind, im Wald und sind dann im schlechtesten Fall vom Grundstückseigentümer, also der Gemeinde, abzubauen. Die Folgen sind Kosten pro Windrad von über einer viertel Million Euro.

Negative ökologische Auswirkungen

Der Bau von Windrädern auf den Wehrheimer Windvorrangflächen würde bedeuten, dass große Waldflächen mitten im Naturpark Hochtaunus gerodet werden müssen. Dies betrifft deutlich mehr als eine fußballfeldgroße Fläche pro Windrad und breite Zufahrten. Das Landschaftsbild wird erheblich verändert und dies deutlich zum Nachteil Wehrheims. Mit der negativen Beeinträchtigung des Naturpark Hochtaunus sind auch Nachteile für den Tourismus zu erwarten.

Für die Windräder wären befestigte Zufahrten in entsprechender Breite vorzuhalten und es ist ein Winterdienst zu gewährleisten.

Im Taunus ansässige Wildtiere wie Rotmilane, Wildkatzen, Schwarzstörche und andere würden in ihrem Lebensraum massiv gestört und schlimmstenfalls vertrieben werden.

Darüber hinaus sind gesundheitliche Gefahren durch Infraschall nicht abschließend geklärt.

Sicherheitstechnische Unwägbarkeiten

Regelmäßig geraten Windräder in Deutschland in Brand – man stelle sich dieses im Sommer im trockenen Taunuswald vor. Sind unsere Feuerwehren auf Brände in mehr als 200 Metern Höhe vorbereitet und entsprechend ausgerüstet?

Wir fordern eine klare Absage der Gemeinde Wehrheim an den Bau von Windkraftanlagen im Naturpark Hochtaunus, da die gesundheitlichen, wirtschaftlichen und ökologischen Risiken unkalkulierbar sind sowie eine Wertminderung der Grundstücke in Wehrheim erwartbar ist.

Die Wehrheimer FDP setzt sich aktiv für den Schutz der Umwelt ein. Vorhaben der Gemeinde müssen regelmäßig vor den Hintergrund der Ressourcenschonung und der Nachhaltigkeit betrachtet werden. Im Zusammenhang mit dem Ausweis von neuen Bebauungsflächen bedeutet dies unter anderem, dass zugesagte Ausgleichsflächen zeitnah und auflagenbezogen eingerichtet werden.

Wir setzen uns dafür ein, dass die Gemeinde Wehrheim die Einrichtung von zusammenhängenden Biotopen aktiv fördert.

Bezüglich der Nutzung der gemeindeeigenen Wälder setzt sich die FDP weiterhin dafür ein, den Wald nach Nachhaltigkeitsgesichtspunkten zu bewirtschaften und dabei die möglichen Zertifizierungen aktiv anzustreben.

Darüber hinaus wird sich die Wehrheimer FDP dafür einsetzen, dass für den Schutz der auf dem Gemeindegebiet stehenden Großbäume eine Baumsatzung erarbeitet und verabschiedet wird.

Auf den Punkt gebracht

  • Keine Windkraftanlagen auf Wehrheimer Gebiet
  • Ressourcenschonung als Grundlage bei allen Maßnahmen der Gemeinde
  • Nachhaltiger Umgang mit unseren Wäldern

Windvorrangflächen und somit mögliche Windradstandorte:

Windvorrangfläche 6600