„Liberale Runde“ analysiert die Europawahl

11.06.2024

Auch die dritte Auflage im Usinger Land mit großem Zuspruch

Wehrheim/Neu-Anspach/Usingen. Zum dritten Mal seit der Premiere im Herbst 2023 haben die FDP-Ortsverbände Usingen, Neu-Anspach und Wehrheim ihre „Liberale Runde“ veranstaltet. Und wieder mit großem Zuspruch. Rund 30 Interessierte waren der Einladung durch den gastgebenden Ortsverband Wehrheim gefolgt. Dass bei der Zusammenkunft am Tag nach der Europawahl insbesondere über deren Ergebnis diskutiert wurde, war keine Überraschung.

Wie üblich startete die „Liberale Runde“ in einer Art Stammtischformat mit einer moderierten Diskussion. Im zweiten Teil des Abends stand der themenoffene Dialog untereinander im Mittelpunkt. „Dieses Format hat sich bewährt. Denn auch das persönliche Gespräch ist uns wichtig“, so der Wehrheimer Ortsvorsitzende Andreas Bloching, der an diesem Abend moderierte.

Statt dem ursprünglich vorgesehenen Thema Interkommunale Zusammenarbeit (IKZ) wurde der Blick auf die Ergebnisse der Europawahl gerichtet. „Das Bedürfnis zur Analyse der Europawahl und zum Meinungsaustausch war sehr groß. Diesem Wunsch haben wir Rechnung getragen. Das Thema IKZ holen wir in einer der kommenden Runden nach“, so Bloching, der zusammen mit den Ortsvorsitzenden Stefan Ziegele (Neu-Anspach) und Dr. Bernd Büchner (Usingen) nicht nur Gäste aus dem Usinger Land, sondern auch Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Bad Homburg und Oberursel begrüßen durfte, darunter auch die FDP-Bundestagsabgeordnete Katja Adler und den Vorsitzenden der Bad Homburger Liberalen, Tim Hordorff.

Gemeinsam wurde ein erstes Fazit der Europawahl aus Hochtaunus-Sicht gezogen. Der Rechtsruck bei den Wahlergebnissen in Europa sei besorgniserregend, war man sich einig. Dem müsse die FDP noch stärker und klarer mit Inhalten und Überzeugungskraft für liberale Werte und Politik entgegentreten. Über das „Wie“ und was die Partei auf Ortsebene dazu beitragen kann, wurde im weiteren Verlauf der Runde leidenschaftlich diskutiert.

Bundesweit verzeichnete die FDP ein leichtes Minus gegenüber der Europawahl 2019 (-0,2%), wenngleich die Liberalen damit über der Prognose, die bisweilen bei 3-4 Prozent lag, ins Ziel kamen. SPD (-1,9%) und vor allem Grüne (-8,6%) verzeichneten deutlichere Verluste. „Die Ampelparteien in Berlin sind insgesamt abgestraft worden“, so die einhellige Einschätzung der Liberalen. Daran lasse sich nichts beschönigen.

Allerdings sehe die Welt im Hochtaunuskreis anders aus. Hier könne man mit 10,2% für die FDP absolut zufrieden sein mit dem Ergebnis. In fast allen Städten und Gemeinden habe die FDP gegenüber der Europawahl 2019 und vor allem der Landtagswahl 2023 zulegen können. Vor allem in Königstein (+2,74% auf 16,54%), Kronberg (+1,89% auf 13,17%) und Glashütten (+1,55% auf 12,01%) seien die Zugewinne besonders erfreulich. Beim Blick ins „Usinger Land“ lasse sich festhalten, dass die FDP insgesamt wieder stabiler sei. Dabei konnte die FDP in Usingen (+0,62%), Wehrheim (+0,49%) und Grävenwiesbach (+0,36%) etwas hinzugewinnen. Bundestagsabgeordnete Adler ergänzte, dass der Hochtaunuskreis nach Düsseldorf das bundesweit zweitbeste Ergebnis der FDP geliefert habe.

Der Wahlkampf von FDP-Spitzenkandidatin Marie-Agnes Strack-Zimmermann und der Kandidatin des Hochtaunuskreises, Evelyn Haindl-Mehlhorn, wurde positiv bewertet. An ihnen habe es nicht gelegen, dass sich die FDP bundesweit gegenüber der Europawahl 2019 nicht verbessern konnte. „Aber insgesamt muss die FDP einfach ihre Kernthemen und Stärken besser spielen“, forderte eine Teilnehmerin und nannte konkret die Themen Wirtschaftskompetenz und Bildung. Auch müsse man den Menschen besser verdeutlichen, wie wichtig Demokratie und Freiheit für Europa sind. „Wer Extremisten wählt, der gefährdet seine freiheitliche Selbstbestimmung“, kommentierte ein weiterer Gast.

Mit der Bundestagswahl 2025 und der hessischen Kommunalwahl 2026 stehen in den kommenden Jahren bereits zwei weitere wichtige Wahlen an. Umso erfreulicher ist es, dass die FDP auf Ortsebene trotz aller Herausforderungen und Schwierigkeiten in der Bundesregierung weiter Mitglieder hinzugewinnt, konstatierte die „Liberale Runde“. So konnten beispielsweise in Usingen acht und in Wehrheim drei Neumitglieder begrüßt werden. Auch in Weilrod darf man sich über einen neuen bekennenden Liberalen freuen. Dr. Bernd Büchner: „Das sind alles Menschen, die sich aktiv mit einbringen und die Dinge verbessern wollen, statt nur zu kritisieren.“

Die nächste „Liberale Runde“ findet nach den Sommerferien statt. Termin und Ort werden wieder rechtzeitig bekannt gegeben.